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Eine Frühlingsbotin: Die Schlüsselblume (Primula veris)

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Wegen ihrer frühen Blüte galt die Echte Schlüsselblume (Primula veris) lange als Symbol für die Heilkraft des Frühlings. Für die moderne Pharmaindustrie ist die Heilkraft der Pflanzen nach wie vor von großer Bedeutung.
Pflanzenfamilie
Primelgewächse(Primulaceae)
Die Echte Schlüsselblume bildet zwei Formen mit unterschiedlichem Blütentypus aus-einmal mit kurzem Griffel,das andere Mal mit langem Griffel.Dies dient dazu ,Selbstbestäubung zu vermeiden.
Nur Insekten mit einem langen Rüssel können die Pflanze bestäuben.
Die Hohe Schlüsselblume oder Waldprimel (Primula elatior) duftet weniger stark. Der Schlund ihrer Blüten ist goldgelb. Sie wird ebenfalls arzneilich verwendet.
Volksnamen
Wiesen-Primel, Frühlingsschlüsselblume, Himmelsschlüssel, Osterblüemli, Apothekenprimel, Auritzel
Badenke, Schlüsseli, Fastenblume, Ehrenzeicheli, Heiratsschlüssel, Petriblume, Frauenschüeli u.a.
Der botanische Name leitet sich von „prima“ = die erste und ver = der Frühling a.
Vorkommen
Weite Teile Europas und Asiens auf trockenen bis wechselfeuchten Wiesen.
Blütezeit März bis Mai
Geschichte und Aberglaube
Wegen ihrer frühen Blüte galt die Pflanze als Symbol der Hoffnung,der Jugend und der Heilkraft des Frühlings. In der nordischen Mythologie zählt sie zu den Pflanzen,die von Elfen und Nixen geliebt und beschützt werden.
In der griechischen Mythologie galt sie als Heilpflanze des Olymp.
In der religiösen Legende eröffnet die Primel himmlische Schätze(Der Schlüssel Petri)
Die zauberkundigen Druiden bereiteten daraus einen „Saft der Begeisterung“ für kultische Handlungen. Ein aus der Pflanze bereiteter Wein oder Tee wurde bei Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. Der Wurzelstock wurde früher auch für Niespulver verwendet. Nach der Bundesartenschutzverordnung ist die Pflanze geschützt
Wirkstoffe
Die Blüten und die Wurzeln enthalten Triterpensaponine wie Primulasäure, Phenolglykoside wie
Primulaverin, Flavonoide (Carotinoide, Rutosid)
Anwendung
Auf Grund des hohen Saponingehaltes haben Primelwurzeln schleimlösende und auswurffördernde Wirkung und werden bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Die Blüten haben auf Grund des geringeren Saponingehaltes eine schwächere Wirkung. Sie werden in der Volksheilkunde auch als harn- und schweißtreibendes Mittel eingesetzt.
Anwendung
2 Teelöffel getrocknete Wurzel oder Blüten mit 150 ml heißem Wasser übergiessen, nach 10 Minuten abseihen und täglich 1-2 Tassen trinken.
Schlüsselblumen können auch mit Spitzwegerichkraut, Holunderblüten, Thymian und Lungenkraut
kombiniert werden.
Zur Bereitung eines Husten-Honigs übeschichtet man Schlüsselblumenblüten, Spitzwegerichblätter, Huflattichblätter mit dünnflüssigem Honig(am besten Tannen oder Waldhonig)und lässt die Mischung in einem geschlossenen Gefäß drei Wochen dunkel stehen und seiht dann durch ein Teesieb ab. Bei Husten früh und abends je ein Likörglas voll trinken
Verträglichkeit:
Selten treten Hautreaktionen beim Kontakt mit der Pflanze und Magenbeschwerden nach Einnahme auf.
Homöopathie
Primula veris gegen Kopfschmerzen und Hautausschläge.