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Heilpflanze des Jahres 2010
Efeu (Hedera helix)

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Liebe Leser, Sie haben wiederholt nachgefragt, warum so lange kein neues Blog über Heilpflanzen veröffentlicht wurde. Der Grund liegt darin, dass sich eine Unmenge an Spams eingeschlichen haben, so dass es mir nicht möglich war, auf Ihre Anfragen oder Kommentare zu reagieren. Dank mühevoller Arbeit der BZ-MitarbeiterInnen sind die unwillkommenen Spams gelöscht und ich will – wie im vergangenen Jahr – die Serie mit der Beschreibung der Heilpflanze des Jahres 2010 beginnen.

Efeu
(Hedera helix)

Pflanzenfamilie: Araliengewächse (Araliaceae)
Vom Efeu existieren heute etwa 400 Sorten mit verschiedenen Blattformen und Farben. Zuchtformen sind z.B.“Buttercup“, “Goldschild“,“Artropurpurea“, “Ivalace“ Arzneilich hat jedoch nur der „Gemeine Efeu“ (Hedera helix) Bedeutung.
Volksnamen:
Mauerwurz, Mauerranke, Wintergrün, Klimmup, Eppich, Totenranke, Baumwürger Der botanische Name“Hedera helix“ leitet sich vom griechischen „hedra“ festsitzen ab.
Vorkommen:
Europa, SW-Asien
Blütezeit:
Der Efeu ist eine immergrüne Kletterpflanze. Im Sommer bilden sich blau-schwarze Beeren. Die Beeren sind im Winter eine willkommene Vogelnahrung, während die Blüten von Bienen und anderen Insekten geschätzt werden.
Geschichte und Aberglaube:
Im antiken Griechenland war der Efeu neben der Weinrebe das Attribut des Weingottes Dionysos, – im römischen Kulurktreis „Bacchus“ und im ägyptischen “Osiris“ genannt.Bei berauschenden Festen(Bacchanalien)wurden Statuen und die Begleiterinnen (Mänaden oder Bacchantinen) mit Efeukränzen geschmückt.Die Efeublätter sollten nicht nur die feurige Komponente der Ausgelassenheit nähren,sondern auch die vom Alkohol erhitzten Häupter kühlen. Wegen der engen Verbindung mit Bäumen, an denen Efeu hochrankt,war die Pflanze Symbol für Treue und Zuverlässigkeit. Efeu symbolisiert wie viele immergrüne Gewächse das ewige Leben. Alte Abbildungen von Efeu auf Gräbern und an Kirchen geben Zeugnis vom christlichen Glauben an Unsterblichkeit. Der Efeukranz bedeutete aber auch Glück in der Liebe. Efeukränze am Eingang von Gasthäusern wiesen darauf hin,dass kein verwässerter Wein ausgeschenkt werde. In der Heilkunde hat der Efeu eine lange Tradition. Bereits Hippokrates nutzte die Wurzeln, Blätter und Früchte sowohl innerlich als auch äußerlich gegen Milzbeschwerden, Gicht, Ohr-und Kopfschmerzen, Lungenleiden und Fieber. Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) schreibt dem Efeu-äußerlich angewandt- eine kühlende Wirkung zu bei Gelbsucht und Eingeweidebrüchen. Hieronymus Bock (1498 bis 1554) empfahl Efeuabkochungen prophylaktisch gegen Trunksucht. In der Volksheilkunde wurden Abkochungen von Efeublättern äußerlich bei Hauterkrankungen und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Äußerlich werden Efeublätter zwei Tage lang in Essig eingelegt,danach über Nacht auf Hühner-augen aufgelegt und am Morgen wieder entfernt. Die Prozedur soll so lange durchgeführt werden,bis die Hühneraugen verschwunden sind.
Cellulite: 2 Teelöffel frische Efeublätter in 250 ml kaltes Wasser legen und etwa 8 Stunden ziehen lassen. Danach vier-fünfmal täglich auf Cellulite-Haut auflegen und einwirken lassen.
Inhaltstoffe:
Triterpensaponine mit Hederacosid C(alphaHederin), Flavonoide,Kaffeesäurederivate,Polyine wie Falcarinol
Anwendung:
innerlich: Efeublätter haben auswurffördernde und krampflösende Eigenschaften,die man bei akuten und chronischen Atemwegsinfekten nutzt.
Verträglichkeit:
Da insbesondere der Verzehr der Früchte zu Reizerscheinungen im Magen-Darmbereich führen, sollte man Efeu nicht selbst innerlich zu Heilzwecken verarbeiten, sondern bewährte Fertigarznei-mittel wie Prospan, Bronchoforton, Monopax u.andere verwenden. Sie haben sich seit vielen Jahren auch in der Therapie bei Kindern bewährt.
Homöopathie:
Hedera helix wird bei Erkrankungen der Atemwege und der Verdauungsorgane, sowie bei Schild-drüsenüberfunktion eingesetzt.