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Erkältungsschutz mit Heilpflanzen

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Schnupfen, Husten, Heiserkeit: Das Risiko, sich zu erkälten ist derzeit sehr hoch. Die Bezeichnung “Erkältung” hat allerdings weniger mit der Kälte des Winters zu tun, sondern mit dem Frösteln, das beim Beginn einer Erkältung auftritt. BZ-Kräuterexperte Frank Hiepe erklärt, wie man sich vor laufender Nase und kratzendem Hals schützen kann.

Ursache für eine Erkältung in der kalten Jahreszeit sind der Mangel an frischer Luft und Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen. Ferner trocknet die Heizungsluft die Schleimhäute aus. Intakte feuchte Schleimhäute sind jedoch wichtig für die Abwehr von Keimen in den oberen Luftwegen.
In den vergangenen Wochen wurde viel darüber berichtet, wie man sich vor Virusinfekten wie der Schweinegrippe schützen kann. Das gilt auch für die Erkältung oder den grippalen Infekt, den man von der Influenza-Grippe unterscheiden muss.

Wichtig ist die Stärkung des Immunsystemes, ich empfehle da die Sauna, das Dampfbad, ein Vollbad oder ein 37 bis 41° warmes Fußbad mit Zusatz von Eukalyptus und Fichtennadelöl. Viel frisches Obst und Gemüse kann ebenso helfen.

Abwehrkärfte stärken und der erste Nieser
Der Erfolg hoher Vitamin C-Dosen ist umstritten. Zubereitungen aus der Echinacea (Sonnenhut) oder als homöopathisches Mittel Metavirulent stärken die Abwehrkraft. Beim ersten Kribbeln in der Nase und Niesen ist eine Inhalation mit einer Mischung ätherischer Öle von Eukalyptus, Pfefferminz, Thymian zu empfehlen. Lassen Sie sich die Mischung in der Apotheke herstellen!

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Inhalierung
Bringen Sie zur Inhalierung in einem älteren Topf Wasser zum Sieden, geben Sie vier Tropfen von der Mischung dazu; dann bedecken Sie den Kopf mit einem Handtuch, schließen die Augen und atmen etwa fünf Minuten durch die Nase ein und durch den Mund aus. Danach das Gesicht gut abtrocknen – aber Vorsicht: Gehen Sie danach nicht sofort in die Kälte.

Einfacher ist die Inhalation mit einem speziellen Inhalationstopf, den Sie für wenige Euro erwerben können. Ist die Nasenschleimhaut so stark angeschwollen, dass Sie nicht mehr frei durch die Nase atmen können, empfehle ich, vor der Inhalation einen abschwellenden Nasenspray anzuwenden.

Vorsicht bei Kleinkindern
Bei Kleinkindern sollten Sie kein Pfefferminz- und Eukalyptusöl anwenden. Dasselbe gilt für fertige Erkältungssalben mit diesen Ölen.

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Salzlösungen und Blütenaufguss
Auch Nasenspülungen mit Kochsalz- oder Emsersalzlösung beugen Schnupfen vor. Hält das Frösteln oder leichter Temperaturanstieg an, fördert ein Teeaufguss von Holunder- oder (und) Lindenblüten das Ausschwitzen von Erkältungserregern – dabei empfehle ich zwei bis drei Tassen täglich.

Husten, Kratzen im Hals, Schluckbeschwerden
Bei Kratzen im Hals, Heiserkeit oder Schluckbeschwerden sollten Sie mehrmals täglich mit einem Aufguss von Salbeiblättern oder einer Mischung von Salbeiblättern, Kamillenblüten und Thymiankraut gurgeln.

Bei trockenem Reizhusten bringen drei Tassen täglich mit einem Aufguss aus schleimhaltigen Pflanzen wie Wollblumen, Huflattich und Spitzwegerich Linderung. Bei Husten mit schleimigem Auswurf empfiehlt sich eine Teemischung aus gleichen Teilen von Thymian, Anis, Efeublättern, Primelwurzeln und Süßholz. Davon verwenden Sie einen gehäuften Teelöffel, übergießen die Mischung mit siedendem Wasser, lassen alles abgedeckt fünf Minuten ziehen und trinken noch heiß zwei bis drei Tassen täglich. Der Tee kann mit Tannenhonig oder Kandiszucker gesüßt werden.

Ist der Auswurf gelb gefärbt, besteht die Gefahr einer zusätzlichen bakteriellen Infektion. In diesem Fall sollte der Arzt konsultiert werden. Das gilt auch bei stärkerem Temperaturanstieg und Kopfschmerzen.

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Erkältungsbedingte Kopfschmerzen, leichtes Fieber
Bei leichtem Temperaturanstieg und Kopfschmerzen empfehle ich, sich einen Tee aus 30g Weidenrinde, 20 g Mädesüßblüten (Spierblüten), 30g Lindenblüten und 20g Holunderblüten in der Apotheke mischen zu lassen. Davon sollte man einen gehäuften Teelöffel mit etwa 150 ml siedendem Wasser übergießen, bedeckt zehn Minuten ziehen lassen, abgießen und zwei bis drei Tassen täglich nach dem Essen noch warm trinken.

Hausmittel bei Husten
Ein altbewährtes Hausmittel bei Husten ist ein Brustwickel. Dazu zerdrückt man drei bis vier gekochte Kartoffeln mit Schale in einem Küchentuch, legt den Wickel so warm wie möglich auf die Brust, fixiert ihn mit einem Baumwollschal und nimmt ihn nach Erkalten wieder ab.

Als Kind habe ich Wadenwickel nicht geschätzt – aber sie sind doch ein bewährtes Hausmittel bei Frösteln und Temperaturanstieg.

Viele schwören auch auf Hühnersuppe mit Zusatz von Ingwer oder Chilli oder Zwiebelsaft mit Honig. Wichtig ist in jedem Fall, viel zu trinken und die Raumluft feucht zu halten.

Mit welchen Hausmitteln beugen sie Erkältungen vor, bekämpfen Sie Schnupfen und Heiserkeit? Nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Glühwein wird zwar bei Frösteln als angenehm empfunden;der Alkohol schwächt jedoch das Immunsystem. Besser ist statt dessen heißer Holunderfrüchtesaft.



Kommentare

Kommentar von Martin
am 15. Dezember 2009 um 12:32

Ich habe bis vor einigen Tagen auch gedacht, ich könnte mit Wärme (Salbeitee und Salzlösung gurgeln und trinken, Salbei-und Kamilledämpfe) meine Halsschmerzen bekämpfen. Im Gegenteil: Aus anfänglichen Halsschmerzen (denen man mit Wärme noch entgegenwirken kann) wurde eine Rachenschleimhautentzündung und schließlich eine Mandelentzündung, die ich noch 2-3 Tage mit Antibiotika behandle.

Kommentar von Frank Hiepe
am 15. Dezember 2009 um 17:12

Hallo Martin,wahrscheinlich kam zu dem viralen Infekt noch ein bakterieller hinzu.
Dann sind Antibiotika erforderlich.Die be-
währten Hausmittel sollte man dennoch begleitend anwenden.

Kommentar von Christine
am 16. Dezember 2009 um 09:03

Hallo Herr Hiepe!
Find ich sehr schön dieser Blog und auch wichtig: die Natur hat doch sehr viel zu bieten!!!!Nicht nur die Pharmaindustrie, darauf sollte man nur in akuten Notfällen zurückgreifen, soweit es geht.
Mein Tipp: Frischpreßsaft von Thymian und Spitzwegerich aus dem Reformhaus, wenn es zum Teetrinken noch einen zusätzlichen Heilungsschub oder Beschleuniger braucht.

Kommentar von Michael Hirtner
am 16. Dezember 2009 um 10:44

Meine Frau ist im 4. Monat Schwanger und hat sehr starkes Husten. Was kann sie einnehmen/anwenden, um nicht dem Baby zu schaden?

Danke und Gruß
M. Hirtner

Kommentar von Badische Zeitung
am 22. Dezember 2009 um 19:48

Hallo Michael,
für Schwangere sind geeignet:Spitz-
wegerichsaft,eine Teemischung aus
gleichen Teilen Thymian,Spitzwegerich
und Wollblumen,gesüßt mit Tannenhonig,
heisser Holunderfrüchtesaft und Brust-
wickel.
Frank Hiepe