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Pfingstrose: Rechtzeitig zum Fest öffnen sich ihre Blüten

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Wunderschön strahlt sie dem Betrachter aus vielen Gärten entgegen: Die Pfingstrose. Rechtzeitig zum Pfingstfest brechen ihre Knospen auf. Der BZ-Pflanzenexperte stellt Frank Hiepe die Schöne vor und erzählt ihre Geschichte.

Pfingstrose (Paeonia officinalis)

Pflanzenfamilie:
Die Gattung umfasst 33 Arten. Die Pfingstrosen in Gärten und Parks sind meistens Hybridsorten mit etwa 3000 Stauden- und etwa 1000 Strauchpfingstrosen

Volksnamen:
Für Blüten und Wurzeln: Bauernrose,Gichtrose,Paeonie
Für die Samen: Hexenkörner, Korallensamen, Zahnkörner

Vorkommen:
Gemässigte Zonen Eurasiens

Blütezeit:
Mai bis Juni

Geschichte und Aberglaube:
Der botanische Name Paeonia ist auf das griechische Wort “paionia” zurückzuführen, das für den Götterarzt Paian steht,der nach der griechischen Sage den verwundeten Gott der Unterwelt Pluto damit geheilt haben soll. Pfingstrosen wurden von der Antike bis in das 19. Jahrhundert als Arznei verwendet. Im Mittelalter wurde die Wurzel gegen Gicht, Frauen-und Kinderkrankheiten eingenommen, der Samen gegen Epilepsie. Was ich besonders interessant finde: Bei zahnenden Kindern wurden die Samenkörner auf Ketten aufgereiht oder den Kindern zum Kauen gegeben. In China steht Päonie für Vornehmheit und Reichtum.

Pfingstrosen wurden auf vielen mittelalterlichen Tafelgemälden als Symbol für Reichtum,Heilung und Schönheit dargestellt wie in dem Paradiesgärtlein eines unbekannten oberrheinischen Künstlers. Manet, Delacroix und Renoir haben sie zum Motiv gewählt. In Gedichten wurde sie verewigt wie in “Der alte Garten” Jospeh von Eichendorff.

Inhaltstoffe
Blüten: Anthocyanglykoside
Wurzel: Glykosid, Paeoniflorin, Saccharose, Gerbstoff
Samen: Harzsäuren

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Anwendung:
Da der Genuss von Blüten, Wurzel und Samen in höheren Dosen zu Erbrechen und Durchfall führt, finden die Blütenblätter fast nur noch als Designdroge in Teemischungen Verwendung. In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Pfingstrose zur Gewinnung des Mu Dan pi verarbeitet. In der Homöopathie wird die Wurzel als Paeonia officinalis bei Hämorrhoiden, Analfissuren und Wundliegen (Dekubitus) angewendet.

Kulinarisch:
Sie sind zwar nur mit Vorsicht zu genießen (s.o.) – doch als Dekoration auf Büffets, zu Salaten und Süßspeisen kann ich die schöne Pfingstrose nur empfehlen. Ein echter Hingucker!



Kommentare

Kommentar von joy driessen
am 10. Juli 2009 um 22:50

Ich wollte mal wissen ob es noch mehr Beitrage zur ander Planzen Gibt?