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Die Ringelblume – Heilpflanze des Jahres 2009


Manche sind klein und unscheinbar, andere werden schlichtweg als Unkraut verunglimpft: Am Wegesrand wachsen zahlreiche Kräuter und Blumen, an denen wir einfach achtlos vorbeischlendern. Der BZ-Kräuterexperte Frank Hiepe klärt über die Pflanzen-Schätze auf.

RINGELBLUME (Calendula officinalis L.)
Sie blüht leuchtend gelb und orange – die Ringelblume. Reich an wichtigen Inhaltsstoffen und seit Jahrhunderten als Wunderwaffe gegen allerlei Beschwerden bekannt, ist sie die Heilpflanze des Jahres 2009.

Pflanzenfamilie:
Korbblütler (Asteraceae/Compositae)

Volksnamen:
Sonnenwirbel, Butterblume, Goldblume, Gilgenbutterblume, Fallblume, Ziegelblume (Elsass), Goldrose, Weckbrösele, Ringelrose, Sonnenwende, Studentenblume, Totenblume, Monatsblume, Ringelken, Gelbsuchtsröserl, Bruckseknopp, Marienrose. Der Name Ringelblume leitet sich übrigens von den geringelten Samen ab.

Wo findet man die Ringelblume?
In Haus- und Bauerngärten, gelegentlich verwildert am Wegesrand.

Blütezeit:
Juni bis Oktober

foto: flickr-user enbodenumer

foto: flickr-user enbodenumer

Geschichte und Aberglaube:
Die genaue Herkunft der Ringelblume ist unbekannt, wird aber im Mittelmeerraum vermutet. Schon im Altertum ist die als Caltha bezeichnete Pflanze bekannt. Der Name Calendula stammt wahrscheinlich von von der römischen Bezeichnung calendae für Monatsanfang, weil sie an vielen Monatsanfängen blüht. Bereits im 12.Jahrhundert war das “Ringele” in der Volksmedizin bekannt.

Der Volksname Totenblume rührt daher, dass sie früher oft auf Gräbern gepflanzt wurde. Auch bei Bauern steht sie seit jeher in hohem Ansehen. Angeblich lässt sich mit ihrer Hilfe das Wetter voraussagen: Sind die Blüten zwischen sechs und sieben Uhr morgens bereits geöffnet, verspricht es ein schöner Tag zu werden. Ähnlich wie der Löwenzahn ist die Ringelblume eine beliebte “Er liebt mich,liebt mich nicht”-Pflanze. Aber vorsicht: Ihr Abpflücken soll Gewitter heraufbeschwören.

Inhaltsstoffe:
Die Ringelblume ist reich an ätherischen Ölen,Flavonoiden (diese neutralisieren freie Radikale), Sterole (senken den Cholesterinspiegel), Bitterstoffen und Gerbstoffen.

Welche Pflanzenteile können verwendet werden?
Die vom Blütenboden befreiten gelb – bis orangefarbenen Zungenblüten oder Blüten mit Blütenboden – getrocknet oder auch frisch – finden in der Hausapotheke oder in der Küche Verwendung. Ringelblumenblüten färben zum Beispiel Butter oder Käse gelb-orange ein. Viele Hobbyköche verwenden sie auch zur Dekoration von Salaten oder Suppen, da sie problemlos mitgegessen werden können.

foto: flickr-user enbodenumer

foto: flickr-user enbodenumer

Äußerliche Anwendung:
Ringelblumenblüten sind in vielen Salben und Tinkturen enthalten, ein Aufguss lässt sich leicht selbst herstellen. Dieser hilft bei Wunden, Entzündungen des Nagels, der Haut und Schleimhaut. Auch bei Muskelverletzungen, Risswunden, Furunkel, Blutergüssen und Akne – auch bei lästigen Insektenstichen im Sommer verschafft Calendula Linderung. Zur Wundbehandlung einfach ein Leinenläppchen mit einem Aufguss tränken und auf die Wunde legen.Umschläge oder Kompressen sollten mehrmals täglich gewechselt werden.

Innerliche Anwendung:
Als Tee zubereitet hilft die Ringelblume bei Magenschleimhaut-, Gallenblasen- und Blasenentzündungen, Entzündungen des Gallengangsystems und Verkrampfungen des Verdauungstraktes.
Teezubereitung:1-2 Teelöffel getrocknete oder 4 Teelöffel frische Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergiessen und nach 5-10 Minuten durch ein Teesieb geben.
Mein Tipp: Bei Gallenbeschwerden sollte man mehrmals täglich eine Tasse vor den Mahlzeiten trinken, bei Entzündungen im Mund-und Rachenbereich mehrmals täglich mit einem lauwarmen Aufguss spülen und gurgeln.

Wie stelle ich Calendulasalbe selbst her?
Sicher kann man eine Ringelblumensalbe auch einfach im Handel kaufen. Doch die Herstellung daheim ist gar nicht schwer. Einfach 500g Melkfett bis zum Schmelzen erhitzen,100g frische oder 50g getrocknete Zungenblüten zugeben, umrühren und 5-10 Minuten weiter erwärmen. Bei Raumtemperatur 2-3 Tage stehen lassen. Danach nochmals erwärmen und durch Gaze abseihen. In saubere Gläser füllen,gut verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Das Tolle daran: Die Salbe ist so rund ein Jahr lang haltbar.

Verträglichkeit:
Wer zu Allergien neigt, sollte ein wenig Ringelblumensalbe oder Tinktur zwei Tage nacheinander in der Armbeuge auftragen.Falls keine Rötung oder Bläschen auftreten, kann die Ringelblumenzubereitung großflächig angewendet werden.



Kommentare

Pingback von BZ-Blog: Achtung Pflanze! » Herzlich Willkommen bei “Achtung Pflanze!”
am 4. Mai 2009 um 17:21

[...] Die Ringelblume – Heilpflanze des Jahres 2009 [...]

Kommentar von Eka
am 11. Juni 2009 um 13:21

wieviele Heilpflanzen des Jahres gibts denn? Ringelblume, Fenchel… Mal sehen was noch kommt